9. Medical Park Marathon in Bad Rodach. Ein Erlebnisbericht von Thomas Schiller

Mein Ziel war es,  einen frühen Herbstmarathon noch einmal auf Zeit zu laufen, um  danach – in Vorbereitung auf das kommende Frühjahr und meinen ersten Ultra-Lauf –  eher langsamere Läufe zu absolvieren.

Ich hatte mir einen relativ kleinen Marathon am Tag der Deutschen Einheit an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze ausgesucht. Die Strecke führt mehrmals über den ehemaligen Grenzstreifen an der heutigen Bayerisch-Thüringischen Grenze in der Nähe von Coburg. Es war der 9. Medical Park Marathon in Bad Rodach. Der Marathon kam mir gelegen, weil ich einerseits geschäftlich auf dem Rückweg von München nach Frankfurt war und andererseits meine Schwester dort in der Nähe und an der Laufstrecke wohnt, ich also eine optimale Übernachtung hatte. Einen gewissen Bezug hat das Thema für mich außerdem, denn ich bin im Osten Deutschlands aufgewachsen bis ich etwa 25 war, und nunmehr lebe ich fast 25 Jahre im Westen.

Es wurden neben dem Marathon auch eine Marathonstaffel und Halbmarathon angeboten. Die Wettervorhersage war ganz gut. Am Start und während des Laufes strahlte die Sonne vom Himmel. Allerdings war es relativ frisch, die Temperatur betrug anfangs 7 Grad, später dann 12 Grad. Dazu blies mit 15 Kilometern pro Stunde ein Wind, der uns Marathonläufern vor allem von Kilometer 12 bis Kilometer 25 zu schaffen machte.

Nach den Voranmeldungen waren es  über die volle Marathon-Distanz weit weniger als 100 Einzelstarter. Die Halbmarathonis sind erst später ins Rennen eingestiegen, so dass ich mich an meinen Mitläufern und den Staffeln einigermaßen gut orientieren konnte. Ich war gut trainiert. Man weiß ja nie, wie stark die Konkurrenz ist, zumal in einer Gegend, in der ich üblicherweise nicht laufe. Aber aufgrund meiner bisherigen Laufergebnisse in Hessen war mein persönliches Ziel, unter drei Stunden zu laufen und eine Platzierung auf dem Treppchen zu erreichen. Dementsprechend reihte ich mich am Start relativ weit vorn ein. Direkt nach dem Start war klar, dass es für den ersten Platz sicher nicht reichen würde, denn ein Marathoni legte eine Geschwindigkeit hin, die mein Anfangstempo von 4 Minuten pro Kilometer weit unterbot.

Überglücklich über den zweiten Gesamtplatz bin ich etwa acht Minuten nach dem Sieger in 2:57:16 Stunden ins Ziel gelaufen und hatte damit meine bisherige Bestzeit sogar noch um ein paar Sekunden verbessert. Über die volle Distanz haben das Rennen 66 Läufer beendet, davon vier Frauen. Weiterhin kamen 34 Staffeln dazu.

Nach dem Lauf bestand die Möglichkeit, den Wellnessbereich im Medical Park einschließlich Schwimmbad kostenlos zu nutzen. Zusätzlich gab es für jeden Teilnehmer einen 3-Stunden-Gutschein für die Therme Bad Rodach, den ich sofort am Folgetag in der netten Saunalandschaft eingelöst habe.