Erster DM-Titel für Sarah Kistner

Martin und SarahBei den deutschen Langstreckenmeisterschaften, die in diesem Jahr im thüringischen Ohrdruf abgehalten wurden, ging in der Jugendklasse U20 über die 5.000m-Distanz auch Ausnahmeläuferin Sarah Kistner vom MTV Kronberg an den Start, dieses Mal allerdings als Favoritin, denn ihre ärgste Konkurrentin Alina Reh, musste krankheitsbedingt absagen. „Wir mussten dann noch kurzfristig ein wenig die Taktik ändern.“ so Sarahs Trainer Martin Lütge-Varney „Gemeinsam haben wir uns dann entschieden, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen und direkt mit einem zügigem, aber kontrollierten Tempo zu beginnen.“
Folglich setzte sich Sarah vom Start weg an die Spitze und führte sogleich das komplette Läuferfeld an, zunächst dicht gefolgt von ihren Nationalmannschaftskolleginnen Anna Gehring (Itzehoe) und Mailin Struck (Wedel-Pinneberg).
Präzise wie ein Uhrwerk spulte Sarah im weiteren Rennverlauf ihre Runden ab und ließ keine nennenswerten Attacken ihrer Gegnerinnen zu. Ab ca. 3.000m wurde der Abstand Sarahs zum Verfolgerfeld Runde um Runde größer, so dass ihr der Sieg nicht mehr zu nehmen war.
Nach 16:33,37 min spurtete die Gymnasiastin der Altkönigschule in neuer deutscher Jahresbestzeit über die Ziellinie. Dies bedeutete nicht nur den souveränen DM-Titel mit 12 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte Anna Gehring und sage und schreibe 25 sec Abstand auf die Gesamtdritte Miriam Dattke (Berlin), sondern auch die direkte Qualifikation für die Jugend-Europameisterschaften in Eskilstuna /Schweden. Nebenbei bemerkt eroberte Sarah mit dieser Zeit auch auf dieser Distanz den Kreisrekord und verpasste den Uralt-Hessenrekord aus dem Jahre 1968 nur um 6 sec. Bemerkenswert ist, dass Sarah über diese Distanz vorher noch nie auf der Bahn gelaufen ist – ein ganz außergewöhnliches Debüt.

„Insgeheim habe ich schon mit dem DM-Titel geliebäugelt“, so das Fazit von Martin Lütge- Varney,“ die Trainingsergebnisse waren im Vorfeld optimal und Sarah fühlte sich topfit. Aber in einem solchen Meisterschaftsrennen kann soviel passieren und man weiß ja nie, in welcher Verfassung sich die Konkurrenz befindet. Von daher bin ich unheimlich erleichtert und glücklich, daß alles so gut gepasst hat. Das harte Training im Winter hat sich einmal mehr bezahlt gemacht“.

Martin selbst war auch für die DM qualifiziert und gemeldet, allerdings ließ der enggesteckte Zeitplan eine Start seinerseits nicht zu „Wir hätten die übliche Vorbereitungsroutine nicht durchführen können und das ist in einem solchen Rennen unerlässlich. Zudem war ich viel zu nervös für einen Start“ resümiert der Coach schmunzelnd.

Als nächstes steht für Sarah Kistner Mitte Mai der Start bei den deutschen Berglaufmeisterschaften in Bühlertal an. Auch hier gilt sie wieder als heiße Favoritin und kann sich in diesem Rennen für die Berglauf-Europameisterschaften in Porto Muniz (Madeira) qualifizieren.