Hitzeschlacht im Märchenwald

GrimmDie Brüder-Grimm haben zum 30. Mal über Pfingsten gerufen, und zahlreiche Läufer machten sich auf die 82 Kilometer lange Strecke, die in fünf Etappen an zweieinhalb Tagen absolviert wird. Rund 550 Athleten, und damit die überwiegende Mehrheit, gingen über die volle Distanz an den Start. Es gab aber auch Sportler, die Einzeletappen liefen. Und es waren wie immer viele Stammgäste dabei. Unter anderem mit der Startnummer eins Kalli Flach (M70), der als einziger Starter bisher alle 30 Brüder-Grimm-Läufe mitgemacht hat. Oder auch Werner Hasselkuss, einziger Teilnehmer in der Altersklasse M80, der letztes Jahr nach Stürzen und sichtbar lädiert das Ziel in Steinau an der Straße erreichte, was er prompt dieses Jahr wiederholen „musste“. Aber es gab natürlich auch Neulinge, die es nicht bereut haben dürften. Denn die Organisation, die Atmosphäre an der Strecke, die Vielfalt der Teilstücke mit ihren diversen Höhenmetern, der Service inklusive Massage nach jedem Lauf ab der dritten Etappe und die Gemeinschaft über die gesamte Veranstaltung sind schon einmalig.

Vom MTV Kronberg waren drei Männer und zwei Frauen dabei, und auch hier gab es einen Neuling: Kaja Steindl in der weiblichen Jugend. Jeder hatte sein persönliches Ziel, aber allen war beim Start in Hanau am Freitag Spätnachmittag gemeinsam, dass sie bei den vorhergesagten Hochsommertemperaturen den nötigen Respekt an den Tag legten. Darüber hinaus war es notwendig, sich die Kräfte einzuteilen, zumal es auf der letzten und längsten Etappe über 18 Kilometer kaum schattenspendende Bäume gibt. Gerade auf dieser Etappe, die um 15:30 Uhr in Bad Orb gestartet wurde, waren Temperaturen um die 37 Grad Celsius gemessenen worden. Da war es mehr als hilfreich, dass der umsichtige Veranstalter weitere Getränkestellen kurzfristig organisiert hatte.

Kaja hat es auf der letzten Etappe geschafft, die noch vor ihr liegende Konkurrentin in ihrer Altersklasse abzufangen und wurde bei der Siegerehrung mit Platz eins und einer Brüder-Grimm-Uhr belohnt. Sie wurde von Vater Marc auf allen fünf Etappen klug angeleitet. Bettina Hillig ist ebenfalls zufrieden, im vorderen Viertel ihrer Altersklasse das Rennen beendet zu haben.

Thomas Schiller hatte sich in der M40 vorgenommen, unter den sechs besten der 10-Jahres-Altersklassenwertung zu bleiben. Dabei war ihm klar, dass er sich mindestens um 15 Minuten gegenüber seiner Bestzeit aus dem Jahr 2012 verbessern musste. Dies ist ihm auch geglückt, am Ende stand Platz vier und ein 14. Rang in der Gesamtwertung zu Buche. Seine Leistung wurde mit einer Brüder-Grimm-Plakette honoriert. Gut gelungen ist auch das Rennen von Benjamin Mühlbauer, der rund zwei Minuten vor seinem Team-Kollegen das Ziel erreichte. In der Altersklasse M30 erlief er sich den sechsten Rang (Gesamtplatz 13).

Für alle Finisher gab es neben dem obligatorischen Finisher-Shirt noch eine Tasse zum Jubiläumslauf als Erinnerung an diese Hitzeschlacht obendrauf. Schön war’s.