MTV Läufer beim Tokio Marathon

Thomas Schiller hatte lange geplant und gehofft, dass der Tokio Marathon auf den 22. Februar 2015 fallen würde. Denn das war genau sein 50. Geburtstag. Letztlich bestätigt wurde der Termin aber erst vor ca. einem dreiviertel Jahr. Als dann auch noch das MTV-Neumitglied Holger Hinzmann sein Interesse für den Lauf angemeldet hatte, stand einer sofortigen Buchung nichts im Wege. Eile ist hier eh geboten, denn für die ca. 36 000 Startplätze dieses Marathons gibt es meist 300 000 Interessierte.

Thomas Schiller & Holger Hinzmann in Tokio
Thomas Schiller & Holger Hinzmann in Tokio

Der 11h Flug verlief problemlos. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel ging’s abends noch auf den Tokio-Tower, der dem Eifelturm nachgebaut wurde. Am Folgetag besuchten beide sehr früh den Fischmarkt (sehr interessant!). Dann standen ein Lockerungslauf an, eine halbtägige Stadtrundfahrt war organisiert, gefolgt von der Abholung der Startunterlagen. Hier bekamen die Läufer einen ersten Eindruck von der perfekten Organisation der Japaner, was allerdings schon manchmal etwas zu viel des Guten war. Am Tag vor dem Marathon gab es die Möglichkeit am 5km International Friendship Run teilzunehmen, dem 1500 Marathonis aus allen Teilen der Welt gefolgt waren. Am Nachmittag sind dann Holger und Thomas in ein typisches japanisches Outfit in einem Onsen-Badehaus geschlüpft um noch mal vor dem großen Tag zu entspannen. Für Holger war der Lauf eine große Unbekannte, hatte er doch noch vor 2 Monaten eine nicht geplante Knie-OP. Für ihn lag das Ziel mehr oder weniger innerhalb von den erlaubten 7h ins Ziel zu walken.
Um kurz vor 5 Uhr hieß es aufstehen, kurze Gratulation zum Runden inkl. dem Check der ersten Glückwunschmails bzw. SMS. Die Wettervorhersage für den Lauf war entgegen der Vortage leider nicht so gut. Am Ende blieb es aber bis zum späten Nachmittag doch trocken bei 7 bis 8 Grad. Da man allerdings schon 45 min vor dem Start im Startblock sein musste, mit wenig Bewegungsfreiheit, wurde es etwas kühl. Nach einer kurzen Eröffnungszeremonie mit Nationalhymne ging es endlich los. Da die Straßen sehr breit waren, entspannte sich die Lage nach wenigen Kilometern. Trotzdem sicher kein Kurs für eine persönliche Bestzeit. Wie alles in Japan gab es auch hier kaum etwas in der Organisation zu meckern. Lediglich etwas Warmes zu trinken bei den kühlen Temperaturen wäre wünschenswert gewesen. Der Kurs war überwiegend flach mit ein paar kleinen Steigungen bei Brücken. Die Stimmung an der Strecke war für japanische Verhältnisse (zumindest wie wir die Menschen bisher kennengelernt hatten ;-)) überwältigend. Thomas finishte in für ihn entspannten 3:13h, während es bei Holger nach seiner kurzen Reha-Phase überaus und völlig überraschend gut lief. Er kam knapp unter 5h ins Ziel. Für alle Marathonis gab es neben den obligatorischen Teilnehmershirts und Medaille noch ein schönes großes Finisherhandtuch.
image2Es war auf jeden Fall ein lohnenswertes Erlebnis für beide. Danach wurde entspannt bei der Anschlussreise zum Mt. Fuji und nach Kyoto. Und das gewöhnungsbedürftige japanische Essen (siehe Bild von einem landestypischen Frühstück) stellt nach dem Lauf auch kein Risiko mehr dar.