Sarah Kistner holt Silber bei der Cross DM

Die diesjährige Ausgabe der Deutschen Crossmeisterschaften wurde im westfälischen Herten ausgetragen auf der Sportanlage „Über den Knöchel“ – und hier war der Name wirklich Programm. Bis über den Knöchel ging auf großen Teilen der Strecke der Schlamm. Starke Schnee- und Regenfälle hatten an den Vortagen den Rasen so aufgeweicht, dass bereits bei den Rahmenwettkämpfen die Strecke vollkommen umgepflügt war. Kurzfristige Streckenveränderungen brachten nur wenig Erfolg. Binnen Minuten dasselbe Bild: Knöcheltiefer Schlamm.

MartinMitfavoritin in der Altersklasse U20, Sarah Kistner, ließ sich hiervon allerdings nicht beirren. Auf der 4,5 km – Distanz setzte sie sich schon früh mit der Spitzengruppe ab. Dabei ließ sie sich von der Top-Favoritin Alina Reh (SSV Ulm), die von Beginn an ein hohes Tempo einschlug nicht beeinflussen und lief ihr eigenes Rennen. Bereits nach der ersten von drei zu laufenden Runden war alles entschieden: Alina Reh schon recht weit enteilt, dahinter Sarah und mit noch größerem Abstand das Verfolgerfeld, angeführt von der Berlinerin Miriam Dattke. So war dann auch der Zieleinlauf: Gold für Alina Reh, Silbermedaille für Sarah Kistner und Bronzemedaille für Miriam Dattke, die mit über 50 sec Rückstand auf Sarah ins Ziel einlief.

„Wir hatten kein  Duell mit Alina Reh eingeplant, wie es gelegentlich in der Presse zu lesen war“, so Trainer Martin Lütge-Varney nach dem Rennen, „Sarah kommt gerade erst aus einem sehr anspruchsvollen Wintertrainingsblock. Die Cross DM diente für uns lediglich zur Leistungsüberprüfung. Wir haben uns hierauf nicht speziell vorbereitet. Auf eine Medaille haben wir natürlich dennoch gehofft, obwohl man natürlich nie weiß, wie sich die Konkurrenz den Winter vorbereitet hat und zudem junge Frauen in diesem Alter gelegentlich erhebliche Leistungsschübe bekommen. Von daher sind wir mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Es läuft alles nach Plan.“

Martin ging dann auch noch selbst auf die Strecke. In der Altersklasse M45 stellte er sich über eine Distanz von ca. 5,9 km einer leistungsstarken Konkurrenz von 66 gemeldeten Teilnehmern. Erstaunlich war, dass hier (gem. der deutschen Bestenliste) nahezu alle der Top 50 der deutschen Langstreckler dieser Altersklasse antraten. Direkt vom Start weg wurde daher ein hohes Tempo angeschlagen und Lütge-Varney fand sich am Ende des Feldes wieder, insbesondere mit den schweren Bedingungen hadernd. „Der Boden war Gift für mich,“ berichtete Martin. „Letztlich habe ich eher darauf geachtet, dass ich heil das Ziel erreiche. Die Bahn- und  Straßenlaufsaison ist für mich wichtiger, so dass ich lieber keinen Sturz bzw. keine Verletzung riskieren wollte. Schließlich habe ich mich gerade erst von einem Sturz im Training erholt, bei dem ich mehrere Wochen kaum trainieren konnte.“ Mit Platz 31 war Lütge-Varney aber dennoch nicht zufrieden, wollte er doch zumindest unter die Top 25 kommen. Allerdings lagen zwischen seiner Platzierung und den Podestplätzen gerade einmal zwei Minuten und spricht für die hohe Leistungsdichte in dieser Altersklasse.

Die Cross DM stellte das Ende der Crosslauf-Saison 2015/2016 dar, die insbesondere für Sarah Kistner ausgesprochen erfolgreich verlaufen ist (wir berichteten). Als nächstes steht ein erster wichtiger Straßenlauf an. Im Rahmen des Paderborner Osterlaufs, eine der prestigeträchtigsten Straßenlaufveranstaltungen in Deutschland, wurden Sarah und Martin für das Elitefeld über die 10km-Distanz eingeladen.