Sarah Kistner knackt Uralt-Hessenrekord bei der Leichtathletik DM in Kassel

Nach einigen Startschwierigkeiten im Frühjahr hat nun auch für Sarah Kistner die Laufsaison so richtig begonnen. Im Rahmen der Deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Aktiven startete Sarah als Jüngste des 24köpfigen Teilnehmerfelds über die 5.000m zu ihrem ersten Saisonhöhepunkt. Nach einer ruhigeren Anfangsrunde wurde sodann ein höheres Tempo der Führenden und späteren Siegerin Fate Tola (LG Braunschweig) angeschlagen, welches das Feld sofort auseinanderzog. Anfangs noch beobachtend in der Mitte des Feldes aufhaltend, zog Sarah gleichmäßig zügig ihre Runden und kam immer weiter nach vorne. Zum Ende des Rennens war sie dann gar auf Platz 4, wollte aber richtigerweise nicht zu viel riskieren, um nicht zu sehr in die Übersäuerung zu geraten und die gute Zeit, die sich anbahnte, noch in irgendeiner Weise zu gefährden. Letztendlich erreichte sie als hervorragende Sechste die Ziellinie.

SarahWas Sarah zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, dass die Zeit noch besser war, als zunächst geahnt. Nach 16:26.17 min blieb die Uhr für sie stehen, was neuer Hessenrekord U20 über die 5.000m bedeutete. Die alte Bestmarke, die Sarah um mehr als eine Sekunde unterbot, stammte aus dem Jahr 1986 und wurde bis dato von Britta Lorch (SC 1880 Frankfurt) gehalten.

„Sarah hat sich wieder einmal taktisch außerordentlich klug verhalten“, so ihr Trainer Martin Lütge-Varney nach dem Rennen, „wir hatten bewusst keine Rennstrategie geplant. Sarah sollte nach Gefühl laufen, situativ entscheiden und einfach schauen was geht. Mit einem neuen Hessenrekord haben wir allerdings beide nicht gerechnet. Mir ist regelrecht ein Stein vom Herzen gefallen, dass alles so gut ausgegangen ist, denn die Vorbereitungen dieses Frühjahr waren doch schon sehr herausfordernd und mit einigen Ups and Downs verbunden.“

Seit Dezember schlug sich Sarah mit einer hartnäckigen Nasennebenhöhlenentzündung herum, die vor knapp zwei Monaten eine Nasenoperation notwendig machte und eine zehntätige Trainingspause zur Folge hatte.

Lütge-Varney hierzu: „Das Rennen in Kassel war so etwas wie ein Befreiungsschlag nach einigen Wochen der Unsicherheit und lässt für die anstehenden Aufgaben hoffen. Wir konzentrieren uns jetzt auf die Berglauf DM Anfang August in Schwangau im Rahmen des Tegelberglaufs und die damit verbundene mögliche Qualifikation zur Berglauf WM“.

Die Tendenz zeigt also sprichwörtlich nach oben.