Im Land der 1000 Hügel – IM 70.3 Kraichgau

IM 70.3 Kraichgau

Beim IM 70.3 Kraichgau waren Nina Anna Kuhn und Lars Rabe am Start. Hier der Rennbericht von Nina:

Gleich geht’s (endlich!) los

„Mit dem IM 70.3 Kraichgau hatte ich noch etwas offen, dort wollte ich eigentlich letztes Jahr meine erste Mitteldistanz absolvieren, verletzungsbedingt hatte ich dann allerdings auf Wiesbaden umbuchen müssen. Damit war das erste Saisonhighlight für dieses Jahr schnell gefunden im ‚Land der 1000 Hügel‘.

Im Gegensatz zu 2015 lief in der Vorbereitung diesmal alles super, keine Ausfälle wegen Krankheit, keine Verletzungen, ich konnte das Training voll durchziehen und war gespannt, wie es sich anfühlen würde meine zweite Mitteldistanz. Als Wettkampfvorbereitung startete ich Anfang Mai auf der Kurzdistanz beim Triathlon in Buschhütten, ich war soweit mit allem zufrieden, allerdings waren meine Trainerin Natascha Schmitt und auch ich von der mäßigen Laufzeit (~52min für 10km) nicht gerade begeistert. Oder um es mit Nataschas Worten zu sagen: „Unter 50min bei der Kurzdistanz müssen drin sein.“

Kontaktlinsenwechsel am Rad…

Die verbleibenden vier Wochen bis zum Start im Kraichgau standen daraufhin im Fokus von einigen harten Laufeinheiten und ich bewegte mich in Bereichen, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass ich diese laufen kann. Die Trainingsergebnisse waren vielversprechend, alles lag im Plan – diesmal gab es keine Ausreden und die Vorfreude auf den großen Tag stieg!

Stimmungsnester überall an der Radstrecke

Drei Minuten nach dem Start der Profi-Frauen wurden alle 300 Altersklassenathletinnen per Wasserstart auf die Reise geschickt. Im Hardtsee in Ubstadt-Weiher musste zuerst ein 1,9km-Rundkurs geschwommen werden, dann stand die mit rund 1.000 Höhenmetern gespickte 90km-Radstrecke durchs wunderschöne Kraichgau an und der abschließende Halbmarathon in und um Bad Schönborn, mit zusätzlichen 130 Höhenmetern.

Land der 1000 Hügel

Das Schwimmen im Neoprenanzug lief für mich von Anfang an top, ich musste keinen einzigen Brustzug machen und konnte konstant mein Tempo schwimmen, es war ein tolles Gefühl. Auch als die ersten Männergruppen in Horden von hinten kamen und viele Wellen machten, schwamm ich einfach weiter und ließ mich nicht aus der Ruhe bringen. Ab der Hälfte der Strecke konnte ich die Bojen nicht mehr erkennen, dachte aber nicht größer darüber nach sondern orientierte mich an den Füßen der Männergruppen, die immer wieder von hinten aufschwammen. Die schlechte Sicht wunderte mich, aber irgendwann konnte ich die gelben Flaggen am Ufer erkennen, stieg aus dem Wasser, schob die Brille hoch, schaute auf die Uhr, sah die Zeit von 41min und war total happy – für mich ein tolles Ergebnis, 5min schneller als in Wiesbaden! Aber irgendwas war komisch, oh nein, nicht schon wieder… genau wie drei Tage vorher bei der Swimnight am Langener Waldsee hatte ich eine Kontaktlinse verloren, sie lag in der Schwimmbrille und ich war mit 8 Dioptrien Kurzsichtigkeit schon wieder halb blind geschwommen… Das beflügelte mich allerdings umso mehr, dass ich – nur einäugig – diese Zeit geschafft hatte, wow!

Ab ging’s in die Wechselzone, wo ich mich auch nicht durch die Bemerkungen der Zuschauer am Absperrgitter irritieren ließ als diese mitbekamen, dass ich eine Kontaktlinse verloren hatte („Achtung, da liegt eine Kontaktlinse auf der Bank“ oder auch „Ruhig bleiben, nur nicht aufregen“). Im Wechselbeutel hatte ich dummerweise kein Ersatzpaar (ganz schön doof!), auch egal, dann einfach weiter zum Rad, dort hatte ich ein Paar in der Satteltasche. Halb blind zum Rad, Linsenwechsel am Rad und trotzdem nur 3:59min Wechselzeit – ich hatte tatsächlich die Nerven behalten und ab ging’s auf die Radstrecke bei voller Sicht.

Auf dem Rad lief es von Anfang an richtig gut. Nataschas Ansage für den bike-Split war deutlich gewesen: Attacke, Mut haben, Druck machen und zeigen, was in den Beinen steckt! Nach und nach sammelte ich Frauen und auch einige Männer ein, vor allem an den Anstiegen klebten sie alle rechts fest und ich hatte das Gefühl, dass ich recht locker einfach vorbei fuhr. Die ersten 30km in einer Stunde, die zweiten 30km wieder in einer Stunde – das wurde dann wohl aber doch ein bisschen unheimlich und sooo mutig war ich dann doch nicht, so dass es keine 3h-Radzeit wurde. Bis in die 2. Wechselzone hatte ich mehr als 60 Frauen überholt und innerhalb meiner Altersklasse sechs Plätze gut gemacht.

Super Stimmung im Zielkanal

Beim Laufen musste ich mich zu Beginn bremsen, um ja nicht zu schnell anzugehen. Das Streckenprofil verleitete einen geradezu, da es auf den ersten paar Hundert Metern tendenziell abwärts geht. Für das Laufen hatte Natascha mir folgende Vorgabe mit auf den Weg gegeben: „5:10min bis 5:20min/km sollte dicke drin sein“. Ich fühlte mich gut und peilte daher einen 5er-Schnitt an – wer nicht wagt, der nicht gewinnt und wie sich der 5er-Schnitt anfühlt unter harten Bedingungen hatte ich im Training schon öfter spüren dürfen 😉

Einfach nur happy!

Das Laufen war kein Spaß, schwüle Bedingungen, auf halber Strecke zog ein Gewitter auf, zum Ende hin fing es an zu regnen (was als Abkühlung eher angenehm für die Läufer war), dazu das ständige auf und ab auf den profilierten 7km-Runden – ganz halten konnte ich die 5:00min nicht, aber fast. Also hieß es durchbeißen, dran bleiben und so arbeitete ich mich weiter Kilometer um Kilometer vor. Witzigerweise hatte ich die Uhr zum Laufen anscheinend zu spät gestartet und lief damit die ganze Zeit der tatsächlichen Laufzeit hinterher – als ich auf den letzten Hunderten Metern nochmal Gas gab wollte ich eigentlich unter 1:50h bleiben. Als ich dann in der Ergebnisliste auf dem Heimweg sah, dass ich tatsächlich eine 1:47:03 gelaufen bin, konnte ich es kaum glauben!

Beim Halbmarathon hatte ich nochmal mehr als 30 Frauen überholt und mich in der W40 um weitere 5 Plätze vorgearbeitet, mit einer Zeit von 5:42:32h kam ich total happy ins Ziel. Es war ein super Rennen, ich war auf den Punkt vorbereitet worden von Natascha und sie hatte es neben dem perfekten Trainingsplan vor allem geschafft, mir den erforderlichen Mut zuzusprechen, mich mal zu trauen. Im August starte ich zum zweiten Mal beim IM 70.3 Wiesbaden, darauf freue ich mich schon jetzt und werde auch dort wieder versuchen, mutig zu sein und Gas zu geben!“

IM 70.3 Kraichgau (1,9-90-21,1)

NameZeitAKPlatz
1024Lars Rabe05:28:48 (00:38:20/00:03:04/02:51:59/00:04:00/01:51:25) M40166
112Nina Anna Kuhn05:42:32 (00:41:46/00:03:59/03:06:48/00:02:56/01:47:03) W4023

EJOT Triathlon Buschhütten (1-41,9-9,54)

NameZeitAKPlatz
34Nina Anna Kuhn02:34:05 (00:23:05/01:17:25/00:53:36) W407