Drei überglückliche Finisher bei der Mainova IRONMAN European Championship Frankfurt

Ironman Frankfurt

Am 3. Juli war es wieder soweit – der längste Tag des Jahres in und um Frankfurt stand an bei der Mainova IRONMAN European Championship – und mittendrin unter den 3.300 Startern aus 65 Nationen Volkan Gönner, René Kipper und Mark Lembke vom MTV Kronberg, die es wissen wollten!

3,8km Schwimmen im Langener Waldsee – 180km Radfahren mit 1.000 Höhenmetern durch Downtown Frankfurt und die schönen Landschaften der Umgebung wie Maintal-Hochstadt mit seinem historischen Stadtkern und der 500 Meter langen Steigungsstrecke durch den alten Ortskern, auch „The Hell“ genannt. Zum krönenden Abschluss dann ein Marathon entlang der Uferpromenade des Mains auf einem Rundkurs, der viermal zu durchlaufen ist – vorbei an der Skyline Frankfurts und begleitet von Tausenden Zuschauern entlang der Strecke

Volkan Gönner

Hier die Rennberichte unserer Athleten:

Volkan Gönner

„Es hat mir wieder einmal viel Spaß gemacht hat und ich konnte meine Leistung um ca. 1:40h gegenüber der Hitzeschlacht im letzten Jahr auf 10:31h verbessern – besonders gefreut habe ich mich über meine Laufzeit. Der Support am Streckenrad, insbesondere aus unseren eigenen Reihen, vom MTV waren Elke, Michael, Fitzi, Ulrike und die gesamte Familie Lembke vor Ort, das war einfach einsame Spitze und darüber habe ich mich gefreut. Ich bin schon für nächstes Jahr angemeldet!“

René Kipper

René Kipper

„Nach sechs Jahren wollte ich es nochmal wissen. Wissen, wie lang so ein Tag doch sein kann. Und dann war es am ersten Juliwochenende soweit. Freitags Startunterlagen holen bei bestem Wetter mit Sonnenbrandgefahr. Samstags Radwegbringen bei Regen mit der Tendenz, zu unterkühlen. Dank des Sieges der deutschen Nationalmannschaft war die Nacht recht kurz, so dass der Tag umso länger werden konnte. Und er begann früh. Allerdings leider nicht früh genug, so dass ich in der Wechselzone am See keine Zeit für die Triathlonatmosphäre hatte. Der Sprecher meinte noch, super Bedingungen – kein Wind, nicht zu warm und trocken. Ich hätte Ihn gerne gegen Ende der zweiten Radrunde dabei gehabt, um ihm seine optimalen Bedingungen zu zeigen… Aber zum Schwimmen: Das lief super! Ins Wasser gegangen mit dem Gedanken „Unter 1:30h und Du bist zufrieden!“. Ich war voll zufrieden, als mir die Schwimmzeit zugerufen wurde! Und irgendwie war das Schwimmen dann doch zu kurz. Auf dem Rad lief es bis hinter Friedberg ganz gut. Dann kam ich in ein paar Pulks rein, die ich nach einiger Zeit mit Gewalt umfahren habe. Dies hat leider Körner gekostet, was ich auf der zweiten Radrunde gemerkt habe. Die letzte Stunde konnte ich auf dem Rad auch noch die unfreiwillige Dusche mitnehmen. Erfrischend war es leider nicht bei den Temperaturen. Die Schuhe wollten mit den klammen Fingern auch nicht so gut zugehen in der Wechselzone. Am Anfang des Laufens hatte ich noch im Kopf – Hilfe, ein Marathon! Aber durch fehlende Kilometerschilder und viele Freunde und die Familie an der Strecke wurde jede Runde zu etwas besonderem. Ich habe alle vier Runden genossen! Das Laufen zwischen den Verpflegungsständen und meinen Fans ging locker und hat einfach nur Spaß gemacht! Nächstes Jahr nicht – aber ich komme auf jeden Fall wieder!“

 

 

Mark Lembke

„Es war im Sommerlaub 2008 auf Mallorca. Ich kam gar nicht mehr vom Fernseher weg, so sehr hatte mich der Frankfurt Ironman gepackt. „Das würde ich auch gerne mal machen“, sagte ich mir und ging gleich in den 10 m-Pool des Ferienhauses und schwamm so viele „Bahnen“ im Bruststil, wie ich konnte. Allerdings dauerte es noch bis zum Jahr 2013, als ich den Marathon zweimal unter 3 Stunden lief, ehe ich mich einer neuen Herausforderung, dem Triathlon, stellte. Ich weiß noch sehr genau, wie es mir im Spätherbst des Jahres 2013 bei den ersten Kraulversuchen im Schwimmtraining der MTV-Triathleten erging. Ich dachte schon nach 25 m, ich würde keine Luft mehr bekommen. Unter dem 20. November 2013 findet sich folgende Notiz in meinem Kalender: „100 m Kraul am Stück geschafft!“

2014 absolvierte ich dann auf kürzeren Strecken erste Triathlon- und Duathlonwettkämpfe und versuchte, die „Attacken der Jugend“, insbesondere unseres älteren Sohnes Felix, abzuwehren. Da dies auf kurzen Strecken mit relativ langem Schwimmanteil kaum (mehr) möglich ist, bleibt nur die Flucht in längere Distanzen. So folgten in 2015 zwei Mitteldistanzen (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen) in Heilbronn und Köln. Als diese erfolgreich absolviert waren, kam das nächste Ziel ins Visier: der Frankfurt Ironman am 3. Juli 2016.

Mark Lembke

Begleitet von der erfahrenen Profi-Triathletin Natascha Schmitt trainierte ich so viele Stunden, wie es der anstrengende Anwaltsberuf und die Familie zuließen. Häufiger geriet ich an die Grenzen, gelegentlich wurden sie wohl auch überschritten. Dann nimmt sich der Körper die Pausen, die er braucht. In diesem Sinne lief es im Frühjahr 2016 nicht ganz rund in der Vorbereitung auf den Ironman. Beim 10 km-Lauf in Jügesheim am 6. Februar erlitt ich einen Muskelfaserriss in der rechten Wade, an dem ich bis April herumlaborierte und der ein seriöses Lauftraining über zwei Monate nicht zuließ. Hinzu kamen wiederholt fiebrige Infekte, die mich u.a. im Trainingslager auf Lanzarote ereilten und zur Absage eines Trainingslagers auf Mallorca in den Osterferien zwangen. Nach einer kompletten Trainingspause von 2,5 Wochen, regelmäßigen Massagen und professioneller Ernährungsberatung ging es dann aber viel besser, und die – aus dem Training heraus absolvierten – Vorbereitungswettkämpfe beim Radrennen am 1. Mai in Eschborn über 104 km (3:43:31) sowie beim Triathlon in Fulda am 8. Mai (Olympische Distanz, 02:12:25), Ironman St. Pölten am 22. Mai (Mitteldistanz, 5:12:13) und Ingolstadt Triathlon am 12. Juni (Olympische Distanz, 2:25:24) gaben Anlass zur Annahme, dass ich den Ironman trotz der etwas unrunden Vorbereitung bewältigen würde. Dies galt umso mehr, als ich in der letzten Vorbereitungsphase am 4. Juni nach drei Stunden Radtraining im stets welligen Taunus abends noch einen Halbmarathon beim Spargellauf in Lampertheim in 1:33:20 absolvierte und am Wochenende des 18./19. Juni samstags morgens 35,3 km lief und abends noch 5,1 km schwamm sowie am Sonntag über 180 km Rad fuhr. Es ist schon erstaunlich, wie man den eigenen Körper und Geist trainieren kann, solche Distanzen zu bewältigen.

Am 3. Juli 2016 war es dann soweit. Pünktlich hatte am Tag zuvor das SRM-Wattsystem wieder einmal den Geist aufgegeben, so dass die Radstrecke ohne einstudierte Wattmessung und ohne Geschwindigkeitsangabe absolviert werden musste und das reine Körpergefühl gefragt war. Einsortiert bei einer Schwimmzielzeit zwischen 1:10 und 1:20 h ging der „längste Tag des Jahres“ im Rahmen des „rolling starts“ für mich gegen 6:50 Uhr los (eigentlich freilich mit dem Aufstehen um 3:00 Uhr nachts). Das Schwimmen lief gut und war erwartet nach 1:14:10 vorbei. Auf der Strecke von der letzten Boje zum Ausstieg quälte mich ein äußerst hartnäckiger Krampf in der linken Wade, der leider überhaupt nicht mehr verschwand und dazu führte, dass sich mein linkes Bein wie ein Holzbein anfühlte. Dies verging aber nach dem Schwimmausstieg. Nach einem Wechsel, bei dem für mich als hellem Hauttyp Ärmlinge und Sonnencreme im Vordergrund standen, ging es auf die Radetappe. Diese lief trotz (oder gerade wegen?) der fehlenden technischen Unterstützung sehr gut. Nach einer Radzeit von 5:26:29 und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 33 km/h stand nun der abschließende Marathon an. Darauf hatte ich mich besonders gefreut. Bis km 8 konnte ich noch ein zügiges Tempo von 4:50 bis 5:00 Min./km laufen, danach bis km 22 allerdings nur ca. 5:20 Min./km, und anschließend ging es auf einen 6er-Schnitt über, so dass ich den Marathon – angefeuert von Familie, Freunden, MTV-Mannschaftskollegen aus der Triathlon- und Laufabteilung und den Zuschauern – noch in 3:59:24 unter der 4-Stunden-Marke ins Ziel brachte. Nach 10:50:44 war es vollbracht: Großer Jubel im Zielkanal, Abklatschen der Zuschauer, und dann hieß es: „YOU are an Ironman!“

Summa summarum war es eine phantastische Erfahrung. Das Beste am Ironman ist der unvergessliche Einlauf auf der Finish Line am Römerberg und die Vorbereitung, die trotz aller Anstrengungen und Bewältigung logistischer Herausforderungen großen Spaß machte. Ein Dank an alle, insbesondere meine Familie, meine Kolleginnen und Kollegen bei Greenfort, die Mannschaftskameraden des MTV Kronberg und meine Trainerin Natascha Schmitt, für die tolle Unterstützung!“

Mainova IRONMAN European Championship Frankfurt (3,8-180-42,2)

NameZeitAKPlatz
768Volkan Gönner10:31:04 (01:15:03/00:08:06/05:32:59/00:03:24/03:31:32) M45103
1022Mark Lembke10:50:45 (01:14:10/00:07:17/05:26:29/00:03:25/03:59:24) M45156
1415René Kipper11:21:33 (01:16:55/00:06:13/05:57:28/00:05:11/03:55:46) M30213